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Vom Staubsauger inspiriert

Vom Staubsauger inspiriert [ Meldung vom 19.01.2010 ] ZO AvU

Renommierte Basler Violinistin in der Weinbar Zum Hut
Am Dienstag war die Geigerin und Komponistin Helena Winkelman zu Gast in der Ustermer Weinbar Zum Hut. Im Gespräch erzählt sie, woher sie die Ideen für ihre Soloimprovisationen schöpft.
Gabriela Frischknecht

Sie konzertieren heute Abend in Uster mit Soloimprovisationen. Was muss man sich darunter vorstellen?
Helena Winkelman: Das Entdecken und Teilen eines gemeinsamen Moments - eine kleine gemeinsame Reise, bei der nicht nur ich als Improvisierende das Ziel der Fahrt bestimme. Viele musikalische Ideen entstehen bei mir durch den Kontakt mit den einzelnen Menschen, aus denen sich ein Publikum zusammensetzt. Es ist in diesem Sinne keine «absolute», sondern eine interaktive Musik.

Im Moment sind Sie im Studio und arbeiten an einer CD mit eigener Musik. Was wird darauf zu hören sein?
Erst einmal zwei mir sehr liebe Werke für Klavier solo, die ich 2004 und 2008 geschrieben habe: Eines davon ein «Impromptu», ein Auftragsstück der Pianistin Dana Ciocarlie, mit der ich diese Aufnahme realisierte. Dann sind noch «Gravitation I und II» sowie «Rota Orat Taro Ator» für Violine und Klavier auf dem Band sowie zwei Werke von Schubert: «Mélodie hongroise» für Klavier solo und «Rondo brillant» für Violine und Klavier.

Im Februar reisen Sie für einen Monat nach Indien und studieren Dhrupad-Gesang und indische Musiktheorie. Werden Sie solche Elemente in künftige Kompositionen einbauen?
Die Improvisation über einem Bordun-Klang, einem durchgehenden Basston, als grundlegendem Element der indischen Musik, hat mich schon als kleines Kind fasziniert. Ich habe damals über dem gleichmässigen Summen des Staubsaugers Melodien improvisiert. Die erste, auch noch völlig intuitive Umsetzung für mein Instrument kam dann mit «Immediation» für tibetische Klangschale und Violine. Später habe ich bewusst Elemente wie rhythmische Kadenzen in meine Musik zu integrieren begonnen. Mein Flötenquintett, das ich 2008 beendet habe und das letzten Dezember in London uraufgeführt wurde, arbeitet auf sehr komplexe Weise damit. Ich spüre aber im Moment, dass, wenn ich auf diesem Weg einen Schritt weiterkommen will, ich den Ursprung - Indien - kennenlernen muss.

Sie sind nebst ganz vielen anderen Projekten und Formationen beispielsweise Gründungsmitglied des renommierten Lucerne Festival Orchestra unter Claudio Abbado, haben auch schon in der New Yorker Carnegie Hall konzertiert. Was bringt Sie nun nach Uster?
Ursprünglich die Freundschaft mit dem Ustermer Perkussionisten Lucas Niggli, der mich zum Hinterhalt-Festival eingeladen hatte. Und bei Stephan Haesler, dem Mitbesitzer der Weinbar, spiele ich, weil ich ihn und seinen «Hut» mag. Schliesslich ist heute auch sein Geburtstag! Ein Grund mehr, dieses Ticket von Basel nach Uster zu lösen.




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